
- Gerhart Hauptmann Haus
Am 15. November 1862 wurde Gerhart Hauptmann als Sohn des Hotelbesitzers Robert Hauptmann geboren. Er besuchte die Realschule, die er bereits nach der 7. Klasse wieder verließ um in den Jahren 1878 und 1879 eine landwirtschaftliche Ausbildung auf dem Rittergut des Onkels in Schlesien zu absolvieren. Diese musste Gerhart Hauptmann jedoch wegen mangelndem Gesundheitszustand abbrechen. Im Jahr 1880 schreibt er sich in die Bildhauerklasse der Breslauer Königlichen Kunst- und Gewerbeschule ein. Auf er Hochzeit eines Freundes lernt er die Großkaufmannsstochter Marie Thienemann kennen, mit der er sich 1881 verlobt. Sie sichert ihm seinen Lebensunterhalt. Im Jahr 1883 lässt er sich in Rom nieder und versucht dort als Bildhauer Fuß zu fassen. Dies will ihm jedoch, wegen seiner geringen Fähigkeiten in der Bildhauerei, nicht gelingen. Mit der Rückkehr nach Deutschland versucht sich Gerhart Hauptmann im zeichnen und tritt in die Zeichenklasse der Königlichen Akademie in Dresden ein. Wegen seiner Ungeduld wollte ihm jedoch auch dies nicht richtig gelingen und er gab das Zeichen auf. Im Jahr 1885 heiratet er Marie Thienemann. Sie schenkt ihm 3 Söhne. Zusammen zogen sie nach Stadtteil Erkner. Durch die Nähe zum pulsierenden Berlin pflegte er den Kontakt mit dem naturalistischen Berliner Dicherterverein "Durch".
Das Drama "Vor Sonnenaufgang" macht Gerhart Hauptmann 1889 zu einem der führenden Dramatikern der Moderne. Die skandalöse Uraufführung des sozialkritischen Dramas fand durch die "Dreie Bühne" statt. Sein bedeutenstes Werk "Die Weber" fertigte er nach einer Reise ins schlesische Webergebiet an. Hier interviewte er Ansässige um die Hintergründe möglichst wahrheitsgemäß umschreiben zu können. Nach der Uraufführung wurde das Stück durch den Berliner Polizeipräsidenten verboten.1896 wurde Gerhart Hauptmann der Grillparzer-Preis in Wien verliehen. Ihn sollte er noch zwei mal verliehen bekommen. Der Königliche Schillerpreis wurde ihm von Wilhelm II. verweigert. 1904 lässt sich Hauptmann von seiner Ehefrau scheiden und heiratet seine Geliebte Margarete Marschalk, mit der er seinen vierten Sohn zeugte. Eine sechsbändige Gesamtausgabe seiner Werke erschien 1906 im Fischer-Verlag. Den Nobelpreis für Literatur erhielt Gerhart Hauptmann im Jahr 1912. Vom 11. bis 20. August 1918 fanden die ersten Gerhart-Hauptmann-Festspiele in Breslau statt. Hauptmann wurde in den folgenden Jahren Ehrenmitglied in der Akademie der bildenden Künste in Wien und bekam den Orden des Pour le Mértie, der Friedensklasse, verliehen. Im Jahr 1937 erscheint die Autobiografie von Gerhart Hauptmann unter dem Titel "Das Abenteuer meiner Jugend". Eines der letzten Werke Hauptmanns ist die Atrien-Tetralogie, das als Porträt der nationalsozialistischen Zeit gilt.
Am 6. Juni 1946 stirbt Gerhart Hauptmann in Agnetendorf und wurde später zusammen mit seiner zweiten Frau in Kloster auf Hiddensee begraben.